Spiegelhaus bezeichnet umgangssprachlich ein Gebäude mit verspiegelter Fassade, die Himmel und Umgebung zurückwirft. Das Haus wirkt leichter und tritt optisch hinter seine Umgebung zurück. Bekanntes Beispiel ist der Mirrorcube, ein Würfel von 4 × 4 × 4 m im Treehotel in Nordschweden. Spiegelnde Flächen sind für Vögel schwer zu erkennen und brauchen eine Markierung.

Wie entsteht der Spiegeleffekt?
Bei Glas entsteht er durch eine Beschichtung, meist auf der Innenseite der Außenscheibe. Sogenannte Reflexionsgläser werfen einen großen Teil des kurzwelligen Sonnenlichts zurück (BauNetz Wissen). Die ersten Sonnenschutzgläser der 1970er Jahre waren dunkel eingefärbt und wirkten von außen wie Spiegelglas. Heutige Gläser sind deutlich verbessert; ein Unterschied zu ungefärbtem Glas zeigt sich oft nur im direkten Vergleich. Ein Spiegelhaus entsteht erst, wenn die Fassade bewusst stark spiegelt.
Wie sieht ein Spiegelhaus in der Praxis aus?
Der Mirrorcube der Architekten Tham & Videgård steht in Harads in Nordschweden, nahe dem Polarkreis. Eine leichte Aluminiumkonstruktion hängt um einen Baumstamm, der Innenraum besteht aus Sperrholz, die Fassade aus verspiegeltem Glas. Es spiegelt Umgebung und Himmel und tarnt den Bau. Damit Vögel nicht dagegenfliegen, ist eine für sie sichtbare, UV-transparente Farbe in die Scheiben laminiert (Archiweb).
Was ist bei Vögeln zu beachten?
Nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) verunglücken in Deutschland vermutlich mehr als 100 Millionen Vögel pro Jahr an Glasscheiben. Besonders gefährlich sind Scheiben mit hohem Reflexionsgrad, weil der Vogel Landschaft oder Himmel sieht, wo die Scheibe ist. Das LfU empfiehlt:
- entspiegelte Gläser mit höchstens zehn Prozent Außenreflexionsgrad
- halbtransparente oder gemusterte Gläser, zum Beispiel mit Muster aus Siebdruck oder Laser
- außen liegende Jalousien oder feste Sonnenschutzlamellen; Vorhänge innen reichen nicht
- nachträglich gemusterte Folien, die mindestens sieben bis zehn Jahre halten


