Ein Haus-Anbau als Modul ist möglich: Das Modul entsteht im Werk, wird per Kran gesetzt und mit dem Bestand verbunden oder daneben aufgestellt. Für einen Hausanbau nennt Dr. Klein 1.400 bis 1.800 € je m² Baukosten, dazu kommen Innenausbau und Anschlüsse; Modulpreise gibt es nur mit Angebot. Genehmigungsfrei ist ein Anbau selten, in Bayern kann aber eine Genehmigungsfreistellung greifen.
Ist ein Haus-Anbau als Modul möglich?
Ja. Ein Haus-Anbau als Modul ist ein Anbau, dessen Raumeinheit im Werk entsteht und am Haus nur noch gesetzt und angeschlossen wird. Nach BauNetz Wissen entsteht das Modul im Werk, während auf dem Bauplatz die Fundamente gebaut werden, und ist nach der Ankunft auf der Baustelle innerhalb von Tagen fertig montiert. Die kurze Bauzeit vor Ort bedeutet für das Bestandshaus weniger Lärm und Schmutz (BauNetz Wissen). Für einen Hausanbau allgemein nennt Dr. Klein eine Bauzeit von ein paar Wochen bis zu einem Jahr, je nach Größe.
Es gibt zwei Wege. Beim verbundenen Anbau grenzt das Modul an das Haus, über einen Flur, einen Durchgang oder einen Wanddurchbruch. Dann müssen Fundament, Dach, Fassade und Haustechnik an den Bestand anschließen. Beim freistehenden Modul steht der neue Raum neben dem Haus im Garten und braucht Fundament und Zuleitungen, aber keinen Anschluss an die Bausubstanz. Ob ein durch einen Gang verbundenes Modul rechtlich als eigenes Gebäude oder als Teil des Bestands gilt, beurteilt die Bauaufsicht im Einzelfall.
Wie viel kostet ein Fertigmodul-Anbau?
Verbindliche Preise gibt es nur mit Angebot, und für Modulanbauten kennen wir keine unabhängige Preisliste. Als Orientierung nennt Dr. Klein in einem Ratgeber zum Hausanbau (veröffentlicht am 17. Oktober 2023) für einen Hausanbau allgemein Baukosten von 1.400 bis 1.800 € je m², dazu 400 bis 850 € je m² für den Innenausbau, je nach Ausstattung. Das sind allgemeine Anbaupreise, keine Modulpreise, und der Stand ist älter als dieser Ratgeber; aktuelle Angebote können abweichen.
| Anbau-Größe | Baukosten | Innenausbau zusätzlich (eigene Rechnung) |
|---|---|---|
| 20 m² | 28.000 bis 36.000 € | 8.000 bis 17.000 € |
| 50 m² | 70.000 bis 90.000 € | 20.000 bis 42.500 € |
Quelle: Dr. Klein, Hausanbau: Genehmigung, Kosten, Finanzierung (veröffentlicht am 17. Oktober 2023). Die Spalte „Innenausbau zusätzlich“ ist eigene Rechnung mit 400 bis 850 € je m². Es sind allgemeine Anbaupreise, keine Modulpreise.
Welche Anschlusskosten kommen beim Anbau dazu?
Beim Anbau fallen zusätzlich die Anschlüsse an das Bestandsgebäude an. Dr. Klein rechnet für Planung und Bauantrag mit rund 3.000 € und für den Statiker mit rund 1.000 €. Der Anbau bringt zusätzliche Masse, die das Bestandsgebäude tragen muss; die Statik sollte deshalb vorab intensiv geprüft werden. Beträge für die übrigen Anschlüsse nennt er nicht, sie hängen vom Bestand ab. Diese Positionen sollten Angebote getrennt ausweisen:
- Wanddurchbruch mit Statik.
- Fundament- und Dachanschluss.
- Elektro-Anschluss an das Bestandsnetz.
- Sanitär-Anschluss, wenn Bad oder Küche im Anbau liegen.
- Heizungsanbindung.
- Fassadenanschluss und Angleichung.
- Zusätzliche Planung, Statik und Genehmigung.

Wie viel kostet ein schlüsselfertiges Modulhaus mit 100 m²?
Eine öffentliche Zahlengrundlage bietet die Rahmenvereinbarung „Serielles und modulares Bauen 2.0“ des GdW: Die Angebotspreise für Wohnungsbaukonzepte liegen zwischen 2.370 und 4.370 € je m² Wohnfläche, der Median bei rund 3.200 €. Für 100 m² ergibt das nach eigener Rechnung rund 237.000 bis 437.000 €, beim Median rund 320.000 €. Es sind Angebotspreise für den Wohnungsbau von Wohnungsunternehmen, für fünf Jahre festgeschrieben; auf ein einzelnes Modul lassen sie sich nicht übertragen. Was Angebote enthalten, etwa Fundament, Außenanlagen oder Küche, unterscheidet sich je nach Anbieter. Für ein einzelnes Modul sind Angebote nötig; die Preisbandbreite im Wohnungsbau beschreibt der Ratgeber zur Modulbauweise.
Braucht ein Anbau eine Baugenehmigung?
In Bayern bedürfen Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung von Anlagen der Baugenehmigung, soweit die Art. 56 bis 58, 72 und 73 BayBO nichts anderes bestimmen (Art. 55 Absatz 1). Die verfahrensfreien Vorhaben in Art. 57 sind eng gefasst. Genannt sind unter anderem Terrassenüberdachungen bis 30 m², Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt außerhalb des Außenbereichs und Dachgeschossausbauten zu Wohnzwecken. Ein Wohnraumanbau steht nicht auf der Liste. Ob ein kleines, mit dem Haus verbundenes Modul unter die 75 m³ fällt, klärt die Bauaufsicht.
Möglich ist die Genehmigungsfreistellung nach Art. 58 BayBO. Sie setzt voraus, dass das Vorhaben im Geltungsbereich eines Bebauungsplans im Sinn des § 30 Absatz 1 BauGB liegt, dessen Festsetzungen und örtlichen Bauvorschriften nicht widerspricht, die Erschließung gesichert ist und es kein Sonderbau ist. Sie reichen die Unterlagen bei der Gemeinde ein und benachrichtigen die Nachbarn. Einen Monat nach Vorlage dürfen Sie beginnen, sofern die Gemeinde nicht erklärt, dass ein Genehmigungsverfahren stattfinden soll.
Ohne Bebauungsplan im bebauten Ortsteil beurteilt § 34 BauGB das Vorhaben: Es muss sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, Bauweise und überbauter Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen, die Erschließung muss gesichert sein, und das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden. Für Erweiterungen, die neue Wohnungen schaffen, lässt § 34 Absatz 3a unter Bedingungen Abweichungen vom Einfügen zu. Liegt Ihr Haus im Außenbereich, sprechen Sie vor der Planung mit der Bauaufsicht. Auch ein genehmigungsfreier Anbau muss die öffentlich-rechtlichen Anforderungen einhalten (Art. 55 Absatz 2).
Welchen Abstand braucht ein Anbau zum Nachbarn?
Vor den Außenwänden von Gebäuden sind Abstandsflächen freizuhalten (Art. 6 Absatz 1 BayBO). Ihre Tiefe beträgt in der Regel 0,4 H, mindestens aber 3 m; H richtet sich nach der Wandhöhe (Absätze 4 und 5). Bei einer Wandhöhe von 3 m wären 0,4 H nur 1,2 m, es gilt dann das Minimum von 3 m. Die Abstandsflächen müssen auf dem eigenen Grundstück liegen. Sie dürfen sich auf Nachbargrundstücke erstrecken, wenn gesichert ist, dass sie dort nicht überbaut werden, oder wenn der Nachbar der Bauaufsichtsbehörde schriftlich zustimmt (Absatz 2). Vor Außenwänden an der Grenze entfallen sie, wenn nach planungsrechtlichen Vorschriften an die Grenze gebaut werden muss oder darf (Absatz 1).
Die Erleichterung für niedrige Gebäude in den Abstandsflächen (Absatz 7) gilt nur für Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit einer mittleren Wandhöhe bis 3 m und höchstens 9 m Länge je Grundstücksgrenze. Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind (Art. 2 Absatz 5). Ein Wohn- oder Büroanbau gehört dazu.
Welche energetischen Anforderungen gelten für den Anbau?
Ein Anbau, der beheizte oder gekühlte Räume hinzufügt, muss energetische Mindestwerte einhalten. Maßgeblich ist § 39 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz, GEG). Das Gesetz vom 8. August 2020 trägt den neuen Namen seit dem 29. Juli 2026. Bei Wohngebäuden darf der Transmissionswärmeverlust der neuen Außenbauteile das 1,2-Fache des Referenzgebäudes nicht überschreiten. Bei Nichtwohngebäuden gilt für die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten das 1,25-Fache der Höchstwerte. Ist die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 m², gilt zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz nach § 14. Beträgt sie bei Nichtwohngebäuden mehr als 100 Prozent der bisherigen Nutzfläche, gelten die Anforderungen an zu errichtende Nichtwohngebäude (§§ 18 und 19). Den Wärmeschutznachweis liefern Planer oder Anbieter mit den Bauvorlagen.
Und bei Unternehmen: Büroerweiterung als Modul?
Für eine Büroerweiterung gelten dieselben Grundlinien. Unterschiede: Es greifen die Werte für Nichtwohngebäude, und Gebäude mit Räumen, die einer Büro- oder Verwaltungsnutzung dienen und einzeln mehr als 400 m² haben, sind Sonderbauten (Art. 2 Absatz 4 Nr. 5 BayBO). Für Sonderbauten ist die Genehmigungsfreistellung ausgeschlossen. Typische Nutzungen eines Moduls sind zusätzliche Büroflächen, Empfang, Schulungsraum, Showroom oder Pop-up-Store.
Welche Nachteile hat ein modularer Anbau?
Die allgemeinen Nachteile der Modulbauweise nennt der Ratgeber zur Modulbauweise: kubische Formen, Transportmaße, doppelte Wände. Beim Anbau kommen drei Punkte hinzu.
- Anschlusskosten: Sie erhöhen den effektiven Preis je Quadratmeter gegenüber dem reinen Modulpreis.
- Anpassung an den Bestand: Der neue Gebäudeteil muss zum Haus passen; bei Denkmal- und Naturschutz gelten Vorgaben. Ein bewusster Stilbruch kann gut wirken, braucht aber Planung.
- Statik und Zugang: Bei tragender Anbindung ist eine statische Bewertung des Bestands nötig, und der Kran braucht Zufahrt und Stellfläche.
Was sollten Sie vor der Anfrage klären?
Diese Punkte sparen Zeit und verhindern teure Umplanungen:
- Bebauungsplan und Baulastenverzeichnis bei der Gemeinde einsehen.
- Eine Bauvoranfrage erwägen. Sie klärt, ob die Bauaufsicht den Anbau grundsätzlich genehmigt.
- Abstand zu den Nachbargrenzen und Nachbarn früh einbinden.
- Verbunden oder freistehend entscheiden, denn das bestimmt Anschlusskosten und Genehmigungsweg.
- Mindestens drei Angebote mit gleichem Leistungsumfang einholen, Anschlusskosten getrennt ausgewiesen.
- Zufahrt und Standort für den Kran prüfen.





