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Aufnahme: Schwarzes Split-Klimagerät an einer hellen Wand, neutral

Ratgeber · Gartenbüro Gartenbüro im Sommer kühl halten: Sonnenschutz, Lüftung, Klimaanlage

Von Magnus Kessler, Geschäftsführer

Ein Gartenbüro mit Glasfront heizt sich in der Sonne auf, weil Glas Sonnenenergie durchlässt; bevor eine Klimaanlage nötig wird, hilft Sonnenschutz. Außenliegender Sonnenschutz hält deutlich mehr davon ab als innenliegender: Bei Wärmeschutzglas gelangen nach Messwerten des Fraunhofer ISE ohne Sonnenschutz 58 Prozent der Solarenergie in den Raum, mit Außenjalousie 20 Prozent, mit Innenjalousie 46 Prozent. Ein Klimagerät ergänzt das, ersetzt den Sonnenschutz aber nicht.

Wie warm darf es im Gartenbüro werden?

Die Unfallversicherung nennt für Büros eine Lufttemperatur von mindestens 20 °C; bis 22 °C werden empfohlen, und 26 °C soll sie nicht überschreiten. Liegt die Außentemperatur über 26 °C und sind geeignete Sonnenschutzmaßnahmen getroffen, darf es im Raum höher sein. Ab 26 °C sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, ab 30 °C müssen sie es: den Sonnenschutz und die Lüftung wirksam steuern, die Arbeitszeit verlagern, Getränke bereitstellen. Über 35 °C ist der Raum für die Zeit der Überschreitung ohne besondere Maßnahmen nicht als Arbeitsraum geeignet. Gemessen wird bei sitzender Tätigkeit in 0,60 m Höhe über dem Boden.

Diese Regeln stehen in der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 und richten sich an Arbeitgeber. Bei einem Telearbeitsplatz im Privatbereich gelten nach § 1 Absatz 3 der Arbeitsstättenverordnung nur wenige Vorschriften. Dazu gehört, dass Arbeitsmittel nicht zu einer erhöhten, unzuträglichen Wärmebelastung am Arbeitsplatz führen dürfen (Anhang Nr. 6.1 Absatz 10). Für Ihr eigenes Gartenbüro sind die Temperaturwerte der DGUV ein erprobter Maßstab. Dasselbe gilt für die Forderung, Fenster, Oberlichter und Glaswände mit einer Abschirmung gegen übermäßige Sonneneinstrahlung auszustatten (Anhang Nr. 3.5 Absatz 3).

Wie viel Wärme kommt durch die Glasfront?

Der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert, gibt an, welcher Anteil der Solarenergie durch eine Verglasung in den Raum gelangt. Je höher der Wert, desto mehr Wärme kommt herein. Die DGUV nennt für die gängigen Verglasungen typische Bereiche.

Sonnenschutz vor dem Glas senkt den Wert weiter. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat Sonnenschutzvorrichtungen an Fenstern vermessen. Die DGUV gibt die Ergebnisse als Anhaltswerte für den Gesamtenergiedurchlassgrad von Verglasung und Sonnenschutz zusammen an. Die DGUV geht dabei davon aus, dass die Vorrichtungen nicht immer ganz geschlossen sind. Bei verstellbaren Lamellen steht der Sonnenschutz in der Cut-off-Stellung: Die Sonne ist nicht direkt sichtbar, Tageslicht fällt aber ein.

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) von Verglasung ohne und mit Sonnenschutz
AusführungWärmeschutzverglasungSonnenschutzverglasung
ohne Sonnenschutz0,580,36
mit innenliegender Jalousie oder Rollo0,460,29
mit Jalousie zwischen den Scheiben0,290,18
mit außenliegender Jalousie oder Markise0,200,13

Quelle: DGUV Information 215-444 „Sonnenschutz im Büro“ (Dezember 2016, aktualisiert März 2022), Tabelle 3; Messwerte des Fraunhofer ISE. Typische Bereiche nach Tabelle 2: Wärmeschutzverglasung 0,50 bis 0,63, Sonnenschutzverglasung 0,15 bis 0,46, Zweischeiben-Isolierverglasung etwa 0,75.

Was bedeutet das in Watt?

Ein Beispiel macht den Unterschied sichtbar. Wir rechnen mit einer Glasfläche von 6,6 m², wie im Ratgeber zum winterfesten Gartenbüro. Als Einstrahlung nehmen wir 500 W je m² an. Das ist eine Annahme zur Veranschaulichung, kein Messwert.

Mit Wärmeschutzverglasung kommen ohne Sonnenschutz rund 1,9 kW Wärme in den Raum, mit Innenjalousie rund 1,5 kW und mit Außenjalousie rund 0,7 kW (eigene Rechnung). Die Außenjalousie senkt den Eintrag also auf etwa ein Drittel. Personen und Geräte kommen hinzu: Die DGUV nennt elektrische Geräte und den Menschen ausdrücklich als Wärmequellen.

Beispielrechnung: Wärmeeintrag durch 6,6 m² Glas bei 500 W je m²
AusführungWärmeschutzverglasungSonnenschutzverglasung
ohne Sonnenschutz1,9 kW1,2 kW
mit innenliegendem Sonnenschutz1,5 kW1,0 kW
mit außenliegendem Sonnenschutz0,7 kW0,4 kW

Quelle: Eigene Rechnung: Glasfläche mal Einstrahlung mal g-Wert aus der vorigen Tabelle. Glasfläche und Einstrahlung sind Annahmen. Gerundet.

Welcher Sonnenschutz ist der richtige: außen, innen oder im Glas?

Die DGUV nennt außenliegenden Sonnenschutz den wirkungsvollsten Schutz vor Wärmeeinstrahlung, innenliegenden den schwächsten. Das passt zur Einschätzung von co2online, die außenliegenden Sonnenschutz in einer Übersicht mit sehr hohem Effekt bewertet und innenliegenden mit geringem Effekt. Die Verbraucherzentrale rät, Fenster an der Ost-, Süd- und Westseite sowie Dachflächenfenster möglichst außen zu verschatten.

Die Tabelle stellt die Möglichkeiten nebeneinander. Die Marktzahlen stammen von co2online und sind Richtwerte.

Sonnenschutz im Vergleich
ArtWas dafür sprichtWas dagegen spricht
Außenliegende Jalousie, Markise, RollladenWirkungsvollster Schutz; der Blendschutz bleibt auch bei geöffnetem Fenster (DGUV)Windanfälliger; Montage aufwendiger und teurer als innen (DGUV)
Innenliegendes Rollo, Jalousie, VorhangNachträglich einfach zu montieren (DGUV)Nur bedingt zum Wärmeschutz geeignet; die Strahlung ist schon im Raum (DGUV)
Sonnenschutzfolie auf dem GlasVerringert die Einstrahlung je nach Tönung um bis zu 80 Prozent; ab unter 10 € bis zu 100 € je m² (co2online)Begrenzte Haltbarkeit, kein Blendschutz, im Winter höherer Heizbedarf; an Mehrfachverglasung kann die Erwärmung der Außenscheibe Spannungsrisse verursachen (DGUV)
SonnenschutzglasSenkt den g-Wert dauerhaft und ohne bewegte TeileKostet nach co2online etwa 40 bis 60 € je m² mehr als normales Glas; senkt auch im Winter den Sonnengewinn (unsere Schlussfolgerung)

Quelle: DGUV Information 215-444 (2022), Abschnitt 4; co2online, „Hitzeschutz für Innenräume“ (9. Juli 2025). Die Aussage zum Winter bei Sonnenschutzglas ist eine Schlussfolgerung aus den Angaben der DGUV zur Sonnenschutzverglasung (g-Wert 0,15 bis 0,46).

Wie lüften Sie im Sommer richtig?

Die DGUV empfiehlt für heiße Tage: Öffnen Sie die Fenster, solange es draußen kühler ist als drinnen, und schließen Sie sie, sobald es draußen wärmer wird. Wenn Sie bei hoher Außentemperatur lüften müssen, tun Sie es kurz, aber intensiv. Lassen Sie den Sonnenschutz den ganzen Tag möglichst weit geschlossen, auch wenn die Sonne noch nicht direkt hereinscheint. Zum Abkühlen sollten Sie über Nacht oder in den frühen Morgenstunden lüften.

Das Umweltbundesamt rät in der warmen Jahreszeit zu etwas längerem Lüften, etwa 10 bis 20 Minuten, weil der Luftaustausch bei ähnlicher Innen- und Außentemperatur langsamer ist. Co2online schreibt, am kühlsten sei es früh morgens und nachts; tagsüber blieben die Fenster geschlossen.

Ob Sie nachts lüften wollen, hängt auch vom Einbruchschutz ab. Die DGUV rechnet in ihren Beispielen nur dann mit erhöhter Nachtlüftung, wenn nächtliches Ankippen der Fenster trotz Einbruchschutz tatsächlich erwünscht ist. Mehr dazu im Ratgeber zum Versichern und Absichern des Gartenbüros. Die DGUV hält freie Fensterlüftung für vorrangig: Bei ihr treten nach Untersuchungen weniger Beschwerden auf als in klimatisierten Büros.

Wann lohnt ein Klimagerät, und welches passt?

Die Verbraucherzentrale nennt eine Reihenfolge: Zuerst Wärmequellen verringern, also Elektrogeräte, ältere Unterhaltungselektronik und ältere Leuchtmittel. Dann außen verschatten. Ein Klimagerät kommt danach. Nachts schalten Sie es aus und kühlen über offene Fenster.

Bei den Geräten unterscheiden die Verbraucherzentrale und co2online drei Arten. Die Tabelle fasst sie zusammen.

Klimageräte im Vergleich
ArtWas dafür sprichtWas dagegen spricht
Monoblock (mobiles Kompaktgerät)In der Regel deutlich günstiger als fest installierte Geräte; läuft an der Steckdose (Verbraucherzentrale)Wenig effizient; viele Geräte brauchen 1.000 Watt und mehr und können über 60 Dezibel erreichen; in einem Prüfraum von 14 m² brauchten Monoblöcke 40 bis 80 Minuten, um ihn um 11 Grad zu kühlen (co2online, nach Stiftung Warentest)
Mobiles Split-GerätMeist effizienter und im Raum leiser als ein Monoblock; ohne Fachbetrieb aufstellbar (Verbraucherzentrale)Der Schlauch am Fenster bleibt; nach co2online nicht besonders effizient
Fest installiertes Split-GerätAm effizientesten; kühlte den Prüfraum in etwa sieben Minuten um 11 Grad; Innengerät oft sehr leise (co2online, Verbraucherzentrale)Teurer in Anschaffung; Installation und Wartung nur durch einen Fachbetrieb; Außengerät kann deutlich lauter sein (Verbraucherzentrale)

Quelle: Verbraucherzentrale, „Klimaanlage installieren: Was ist zu beachten?“ (Stand 4. August 2026); co2online, „Klimageräte und Klimaanlagen: Vergleich und Alternativen“ (10. Juli 2025), dort nach Stiftung Warentest.

Was kostet der Strom für das Klimagerät?

Auf den Energielabeln von Split-Klimageräten steht der Jahresverbrauch bei 350 Betriebsstunden, bei Monoblöcken der Verbrauch je 60 Minuten (Verbraucherzentrale). Ein Strommessgerät zeigt Ihnen den echten Verbrauch; die Verbraucherzentrale NRW verleiht es kostenlos.

Die Tabelle rechnet 350 Betriebsstunden bei 0,38 € je kWh. Das Statistische Bundesamt nennt für Haushaltsstrom im ersten Halbjahr 2026 im Durchschnitt 37,97 Cent. Die Leistungsaufnahmen sind Annahmen und keine Gerätedaten.

Beispielrechnung: Stromkosten eines Klimageräts bei 350 Betriebsstunden im Jahr
Leistungsaufnahme (Annahme)VerbrauchKosten bei 0,38 € je kWh
0,6 kW210 kWh80 €
0,8 kW280 kWh106 €
1,0 kW350 kWh133 €

Quelle: Eigene Rechnung. 350 Betriebsstunden nach der Verbraucherzentrale; Strompreis nach Destatis (37,97 ct/kWh, 1. Halbjahr 2026), auf 38 ct gerundet. Ihr Tarif weicht ab.

Was sollten Sie vor dem Kauf klären?

Dieser Ratgeber ersetzt keine Planung durch einen Fachbetrieb. Klären Sie vor dem Kauf diese Punkte:

  • Welche Verglasung eingebaut ist und welchen g-Wert sie hat, mit und ohne Sonnenschutz.
  • Welcher Sonnenschutz von Anfang an vorgesehen ist und ob er außen sitzt.
  • Welche Fenster sich öffnen lassen, auch für die Nachtlüftung, und wie sie gegen Einbruch gesichert sind.
  • Welche Klimaanlage vorgesehen ist: Bauart, Leistung, Kältemittel und Lautstärke des Innen- und des Außengeräts.
  • Welche Leistung die Klimaanlage am Stromanschluss braucht und ob der Elektrofachbetrieb sie in der Zuleitung berücksichtigt hat.
  • Wo das Außengerät steht, damit es weder Sie noch die Nachbarn stört.

Fragen

Häufige Fragen.

Wie warm darf es im Büro werden?

Die Unfallversicherung nennt für Büros mindestens 20 °C, empfohlen bis 22 °C, und nicht mehr als 26 °C. Ab 26 °C sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, ab 30 °C müssen sie es. Über 35 °C ist der Raum ohne besondere Maßnahmen nicht als Arbeitsraum geeignet.

Hilft Sonnenschutz außen mehr als innen?

Ja. Nach den Anhaltswerten der DGUV, die auf Messungen des Fraunhofer ISE beruhen, gelangen bei Wärmeschutzglas ohne Sonnenschutz 58 Prozent der Solarenergie in den Raum, mit Innenjalousie 46 Prozent und mit Außenjalousie 20 Prozent.

Brauche ich im Gartenbüro eine Klimaanlage?

Nicht in jedem Fall. Die Verbraucherzentrale empfiehlt zuerst Wärmequellen zu verringern und außen zu verschatten; die DGUV hält freie Fensterlüftung für vorrangig. Bei viel Glas und langen Hitzetagen kann ein Klimagerät die letzten Grade nehmen. Planen Sie es dann von Anfang an ein.

Was kostet der Betrieb eines Klimageräts?

In unserer Beispielrechnung mit 0,8 kW Leistungsaufnahme, 350 Betriebsstunden und 0,38 € je kWh sind es 106 € im Jahr. Bei 1,0 kW, wie es viele Monoblock-Geräte brauchen, sind es 133 €. Die Zahlen sind Annahmen; messen Sie den Verbrauch Ihres Geräts.

Wann lüfte ich im Sommer am besten?

Früh morgens, spät abends und nachts, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Tagsüber bleiben die Fenster geschlossen und der Sonnenschutz möglichst zu. Das Umweltbundesamt nennt für die warme Jahreszeit etwa 10 bis 20 Minuten Lüftungszeit.

Reicht ein Ventilator?

Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht, sorgt aber durch den Luftzug auf der Haut für Abkühlung. Er braucht nach co2online viel weniger Strom als ein Klimagerät, die Verbraucherzentrale nennt die Stromkosten sehr gering. Gegen starke Sonneneinstrahlung ersetzt er den Sonnenschutz nicht.

Quellen

Worauf sich dieser Beitrag stützt.

  1. Sonnenschutz im Büro (DGUV Information 215-444) Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) · Stand März 2022
  2. Bildschirm- und Büroarbeitsplätze: Leitfaden für die Gestaltung (DGUV Information 215-410) Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) · Stand Juli 2019
  3. Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV), Anhang Nr. 3.5 Raumtemperatur und Nr. 6.1 Bildschirmarbeitsplätze Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Stand Oktober 2026
  4. Klimaanlage installieren: Was ist zu beachten? Verbraucherzentrale · Stand August 2026
  5. Hitzeschutz für Innenräume co2online · Stand Juli 2025
  6. Klimageräte und Klimaanlagen: Vergleich und Alternativen co2online · Stand Juli 2025
  7. Richtig lüften Umweltbundesamt · Stand Dezember 2024
  8. Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken (Pressemitteilung Nr. 345) Statistisches Bundesamt (Destatis) · Stand September 2026
Aufnahme: gebaute KOYA Sauna in der Abenddämmerung, hinter der Glasfront warm beleuchtete Bänke und Ofen

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