Bei einer akuten Erkältung mit Fieber oder starkem Krankheitsgefühl gehen Sie nicht in die Sauna. Die Hitze belastet den Kreislauf, kann Symptome verstärken, und Erreger verbreiten sich leichter. Bei leichten Symptomen kann nach der Techniker Krankenkasse nur ein regelmäßiger Saunagänger einen kurzen Gang wagen. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt.
Darf man mit Erkältung in die Sauna?
Die Frage nach der Sauna bei Erkältung beantworten die Krankenkassen in der Sache gleich: Bei einem akuten Infekt bleiben Sie draußen. Die Techniker Krankenkasse (TK) rät, auf Saunabesuche zu verzichten, solange die Erkältung Sie im Griff hat. Bei einer schweren Erkältung oder bei Fieber rät sie dringend ab. Die Barmer nennt Menschen mit akuten Infekten, Fieber oder akuten Entzündungen als Gruppe, die nicht in die Sauna sollte. Die AOK schreibt, dass die Sauna bei Infekten tabu ist.
Eine Abstufung kennt nur die TK: Wer nicht regelmäßig saunieren geht, verzichtet schon bei ersten Anzeichen. Regelmäßige Saunagänger können bei leichten Symptomen einen kurzen Durchgang wagen. Sie hören aber bei jedem Unwohlsein sofort auf. Die Tabelle fasst die Empfehlungen zusammen.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Schwere Erkältung oder Fieber | dringend abgeraten |
| Akute Erkältung | auf Saunabesuche verzichten, bis Sie wieder fit sind |
| Erste Anzeichen, Sie saunieren nicht regelmäßig | verzichten |
| Leichte Symptome, Sie saunieren regelmäßig | kurzer Durchgang möglich; bei jedem Unwohlsein sofort aufhören |
Quelle: Techniker Krankenkasse, „Sauna bei Erkältung: Gesund oder riskant?“, Stand 10. April 2025. Die TK ist eine Krankenkasse, keine Leitlinie; sie ersetzt keinen ärztlichen Rat.
Warum ist die Sauna bei Erkältung riskant?
Die TK nennt vier Gründe. Hitze und der schnelle Temperaturwechsel belasten zusätzlich das Herz-Kreislauf-System. Ein Saunagang kann leichte Symptome verstärken. Erkältungsviren können sich in der Sauna leichter verbreiten und andere Gäste gefährden. Und die zusätzliche Belastung kann die Abwehr während eines Infekts weiter schwächen. Beim Saunieren steigt die Körpertemperatur laut TK auf bis zu 39 °C.
Die Ansteckung betrifft auch die eigene Sauna im Garten, wenn mehrere Personen sie nutzen. Das Nationale Gesundheitsportal erklärt, dass sich die Viren über Tröpfchen beim Husten oder Niesen verbreiten und an Oberflächen wie Türklinken haften können. In einer gemeinsam genutzten Sauna übertragen Sie das auf Griffe und Bänke. Das Portal rät, sich nicht ins Gesicht zu fassen, häufig die Hände mit Seife zu waschen und benutzte Taschentücher sofort zu entsorgen.
Hilft die Sauna gegen Erkältung, oder beugt sie vor?
Hier muss man zwei Fragen trennen: ob die Sauna eine bestehende Erkältung lindert und ob regelmäßiges Saunieren vor Erkältungen schützt.
Zur ersten Frage gibt es eine randomisierte Studie aus Berlin (Pach u. a., Medical Journal of Australia 2010). 157 Menschen mit einer frischen Erkältung atmeten in der Sauna entweder heiße Trockenluft oder Luft bei Raumtemperatur ein, jeweils im Wintermantel. Beim Gesamtverlauf der Beschwerden fand sich kein signifikanter Unterschied. Die Autoren schließen, dass das Einatmen heißer Luft in der Sauna keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamtstärke der Beschwerden hat.
Zur zweiten Frage liegt eine kleine Studie von Ernst und Kollegen (Annals of Medicine, 1990) vor. 25 Freiwillige gingen regelmäßig in die Sauna, 25 Kontrollpersonen nicht. Nach sechs Monaten gab es in der Saunagruppe weniger Erkältungen; Dauer und Schwere einer Erkältung unterschieden sich nicht. Eine einzelne kleine Studie reicht nicht, um eine schützende Wirkung zu belegen; die Autoren selbst fordern weitere Untersuchungen. Als Mittel gegen eine laufende Erkältung taugt die Sauna nach diesen Quellen nicht.
| Studie | Teilnehmer | Ergebnis |
|---|---|---|
| Pach u. a., Medical Journal of Australia 2010 | 157 Erkältete, zufällig auf heiße Trockenluft (80) oder Raumluft (77) verteilt | Kein signifikanter Unterschied bei der Gesamtstärke der Beschwerden (Gruppenunterschied −3,9; 95 % Konfidenzintervall −9,7 bis 1,9) |
| Ernst u. a., Annals of Medicine 1990 | 25 regelmäßig Saunierende, 25 Kontrollen, sechs Monate | Weniger Erkältungsepisoden in der Saunagruppe; Dauer und Schwere nicht verschieden |
Quelle: Zusammenfassungen in PubMed. Die Studie von 1990 ist klein; die von 2010 untersuchte das Einatmen heißer Luft im Wintermantel, nicht den üblichen Saunagang.
Wann darf man nach einer Erkältung wieder in die Sauna?
Eine feste Wartezeit nennen die Quellen nicht. Die TK rät, die Sauna zu meiden, bis Sie wieder fit sind, und den Körper zu beobachten. Praktisch heißt das nach unserer Lesart: Fieber, Gliederschmerzen und starkes Krankheitsgefühl müssen vorbei sein. Zur Orientierung nennt das Nationale Gesundheitsportal, dass eine Erkältung meist nach ein bis zwei Wochen abklingt und Husten bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage anhält.
Zu Bronchitis fanden wir keine belastbare Aussage, ab wann die Sauna wieder in Ordnung ist. Wer nach einer Bronchitis oder bei lange anhaltendem Husten wieder saunieren möchte, fragt zuvor den behandelnden Arzt. Beim ersten Gang danach bleiben Sie kurz und hören bei Unwohlsein auf.
Welche Saunaform ist bei Erkältung geeignet?
Die TK führt die Sauna-Arten so auf: Die finnische Sauna mit 80 bis 100 °C und niedriger Luftfeuchtigkeit ist bei akuten Erkrankungen weniger geeignet. Die Infrarotkabine erwärmt mild, ohne hohe Lufttemperaturen, und sei bei Erkältung angenehm. Beim Dampfbad gehen die Einschätzungen auseinander. Die TK sieht es als gut für die Vor- oder Erholungsphase, die Barmer nennt es für Menschen mit Atemwegs- oder Herzerkrankungen belastend.
Das ist kein Freibrief. Bei Fieber raten TK und Barmer von Saunagängen ab. Bei chronischer Sinusitis oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen fanden wir keine belastbare allgemeine Empfehlung; hier sagt Ihr Arzt, was für Sie geht.

Wie gehen Sie den ersten Saunagang nach der Erkältung an?
Sind Sie wieder gesund und hat Ihr Arzt nichts dagegen, beginnen Sie ruhig. Die Quellen geben dafür keine eigene Regel für Genesene vor. Es gelten die allgemeinen Hinweise, die für einen ersten Gang eine gute Richtschnur sind:
- Zeit mitbringen: Ein vollständiges Saunabad dauert nach den Goldenen Regeln etwa zwei Stunden. Hetze belastet den Körper eher, als dass sie ihn entspannt.
- Vorher duschen und gut abtrocknen. Trockene Haut schwitzt schneller.
- Kurz bleiben: Die Goldenen Regeln und die AOK nennen 8 bis 15 Minuten, die Barmer als Ideal ebenfalls 8 bis 15. Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl und setzen Sie sich in den letzten zwei Minuten auf.
- Danach zuerst an die frische Luft und nicht sofort unter die Dusche oder ins Tauchbecken. Die Barmer rät von eiskaltem Abkühlen wegen der Kreislaufbelastung ab.
- Zwischen den Gängen trinken (Barmer, AOK) und auf Alkohol verzichten (Barmer).
- Nach der Sauna auf Sport verzichten, damit der Kreislauf nicht zusätzlich gefordert wird (Goldene Regeln).
Wann gehen Sie mit einer Erkältung zum Arzt?
Das Nationale Gesundheitsportal nennt als Gründe, ärztlichen Rat einzuholen: hohes Fieber, stärker werdende oder starke Symptome, Brustschmerzen, Luftnot und Atemprobleme. Das gilt besonders bei chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD. Schwere Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind selten. Eine Sauna ist in diesen Fällen keine Option.




