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Lexikon · Material Flachdachentwässerung: Gefälle, Abläufe und Notentwässerung

Von Magnus Kessler, Geschäftsführer

Flachdachentwässerung bezeichnet alle Einrichtungen, die Regenwasser von einem Flachdach ableiten: Gefälle in der Fläche, Abläufe oder Wasserspeier, Fallrohre und eine Notentwässerung für Starkregen. Das Wasser läuft außen über die Attika oder wird in Fallrohren geführt, außen oder innen. Planung und Ausführung regeln DIN 1986-100 und DIN EN 12056-3.

Visualisierung: Dach eines KOYA Moduls von oben mit Dachfenster, umlaufender Kante und Eckpunkten

Wie wird ein Flachdach entwässert?

Das Forum Verlag beschreibt in einem Fachartikel drei Wege. Die Wahl richtet sich nach der Dachgröße und der Wassermenge.

Arten der Flachdachentwässerung
ArtAblaufgeeignet für
Außen liegend über die AttikaWasser läuft frei über die Fassade ab, meist über Wasserspeierkleinere Dächer
Verrohrt über die Attikaein Ablauf mit Fallrohren leitet das Wasser gezielt abetwas größere Dachflächen
Innen liegend und verrohrtoft Druckströmungssysteme mit Anstauelementengroße Wassermengen, etwa weitläufige Industriedächer

Quelle: Forum Verlag, „Flachdachentwässerung nach DIN 1986-100 und DIN EN 12056-3“, 17. Juli 2017.

Welches Gefälle braucht ein Flachdach?

Nach der Flachdachrichtlinie des Dachdeckerhandwerks soll die Unterlage der Abdichtung mit mindestens 2 Prozent Gefälle geplant werden. Die Abdichtungsnorm DIN 18531 nennt ebenfalls 2 Prozent. Gefällelose Flächen sind in begründeten Fällen zulässig, etwa bei reduzierten Anschlusshöhen an Türen. Auch bei etwa 5 Prozent Neigung können Pfützen bleiben, durch Ebenheitstoleranzen oder die Durchbiegung des Tragwerks. Für echte Pfützenfreiheit verlangt DIN 18531 mehr als 5 Prozent (BauNetz Wissen).

Was ist eine Notentwässerung?

Neben der Hauptentwässerung verlangen DIN 1986-100 und DIN EN 12056-3 eine ausreichend bemessene Notentwässerung. Sie springt an, wenn die Hauptentwässerung überlastet ist und das Wasser die Anstauhöhe erreicht. Sie muss mindestens die Differenz zwischen Jahrhundertregen und Berechnungsregen sicher abführen, frei auf unkritische Flächen entwässern und darf nicht an die Rohre der Hauptentwässerung angeschlossen sein. Bei besonders schützenswerten Gebäuden muss sie allein den Jahrhundertregen bewältigen (Forum Verlag).

Fragen

Häufige Fragen.

Wie viel Wasser darf auf einem Flachdach stehen bleiben?

Eine feste Höhe nennt BauNetz Wissen nicht. Es hält fest, dass auch bei Neigungen bis etwa 5 Prozent Pfützen entstehen können. Kann stehendes Wasser Aufbauten schädigen, muss die Planung für ausreichende Wasserableitung sorgen.

Welche Normen gelten für die Flachdachentwässerung?

Die Entwässerung regeln DIN 1986-100 und DIN EN 12056-3, die Abdichtung DIN 18531. Das Dachdeckerhandwerk ergänzt sie mit der Flachdachrichtlinie. Welche Fassung gilt, klären Sie mit Planung und Ausführung.

Quellen

Worauf sich dieser Beitrag stützt.

  1. Flachdachentwässerung nach DIN 1986-100 und DIN EN 12056-3 Forum Verlag Herkert GmbH · Stand Juli 2017
  2. Dachneigung, Gefälle (Flachdach) BauNetz Wissen · Stand Oktober 2026
Aufnahme: gebaute KOYA Sauna in der Abenddämmerung, hinter der Glasfront warm beleuchtete Bänke und Ofen

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