Thermoholz ist Holz, das bei 180 bis 260 °C erhitzt wurde. Es wird dunkler, nimmt weniger Feuchte auf, quillt und schwindet weniger und leitet Wärme schlechter. Thermo-Espe ist Espe mit dieser Behandlung und wird für Wände und Bänke von Saunen verwendet. Dafür sinkt die Festigkeit, und die Stirnseiten von Bänken können reißen.

Wie wird Thermoholz hergestellt?
Beim Thermoholz wird Holz unter Dampf, Druck oder in heißem Öl auf 180 bis 260 °C erhitzt (BauNetz Wissen). Das finnische ThermoWood-Verfahren läuft nach dem Handbuch des Herstellerverbands in drei Phasen. Zuerst trocknet das Holz bei bis zu 130 °C fast auf 0 Prozent Holzfeuchte. Dann folgt die Wärmebehandlung bei 185 bis 215 °C für zwei bis drei Stunden. Zuletzt wird das Holz abgekühlt und auf 4 bis 7 Prozent befeuchtet. Es kommen nur Wärme und Wasserdampf zum Einsatz, keine Chemikalien.
Das Handbuch kennt zwei Klassen: Thermo-S (S für Stabilität) mit 190 °C und Thermo-D (D für Dauerhaftigkeit) mit 212 °C bei Kiefer und Fichte. Für Laubhölzer wie Birke und Espe sind es 185 und 200 °C. ThermoWood ist eine geschützte Marke des Verbands, Thermoholz der allgemeine Begriff.
Wie verändert Hitze das Holz?
Die Tabelle fasst zusammen, was das Handbuch und BauNetz Wissen nennen. Die Messwerte stammen aus Versuchen mit Fichte und Kiefer bei 220 bis 230 °C und gelten nicht automatisch für jede Holzart und jede Behandlungsstufe.
| Eigenschaft | Wirkung |
|---|---|
| Farbe | Das Holz wird dunkler. |
| Ausgleichsfeuchte | Sie sinkt; bei 220 °C beträgt sie bei Fichte etwa die Hälfte des unbehandelten Werts. |
| Quellen und Schwinden | Beides nimmt deutlich ab. |
| Wärmeleitfähigkeit | Fichte: 0,110 W/(m·K) unbehandelt, 0,082 nach fünf Stunden bei 230 °C. Kiefer: 0,130 unbehandelt, 0,101 nach fünf Stunden bei 230 °C. |
| Harz | Die Harze werden dem Holz entzogen; Ausharzen am Ast nimmt ab. |
| Pilzresistenz | Sie steigt; nach dem Handbuch Klasse 3 (mäßig dauerhaft) bei Thermo-S und Klasse 2 (dauerhaft) bei Thermo-D, jeweils nach EN 113. |
| Festigkeit | Biege- und Stoßfestigkeit sinken, das Holz wird weicher. |
| Geruch | Das Holz riecht rauchig; der Geruch stammt vermutlich von Furfural und lässt nach. |
Quelle: ThermoWood Handbuch (International ThermoWood Association, 2004), Kapitel 1, 4 und 6; BauNetz Wissen, Verfahren der Modifikation von Holz. Herstellerangaben des Verbands, keine unabhängige Prüfung.
Wann ist Thermoholz in der Sauna sinnvoll?
Das Handbuch hält Thermoholz wegen seiner Hygieneeigenschaften, seiner Farbe und der geringeren Wärmeleitfähigkeit für sehr gut geeignet für Saunen. Für Thermo-S nennt es Möbel und Zubehör für die Sauna als Anwendung. Zu Thermo-Espe schreibt es, die Ergebnisse seien gut, die Menge verfügbarer Espe aber sehr begrenzt (Stand 2004).
Welche Nachteile hat Thermoholz in der Sauna?
Die Hitzebehandlung macht das Holz formstabiler und harzärmer, aber auch weniger fest.
- Die Stirnseiten von Bänken können in der Hitze aufreißen, wenn Befeuchten und Austrocknen rasch wechseln. Das Handbuch empfiehlt, sie mit Öl, Wachs oder Lack zu schützen.
- Die Festigkeit ist geringer. Thermoholz soll nicht in tragenden Konstruktionen verwendet werden (Handbuch, BauNetz Wissen).
- Das Holz ist anfälliger für mechanische Beschädigungen als gewöhnliches Holz.
- Große Äste sind ein Risikofaktor, weil das Harz fehlt, das Ast und umgebende Fasern sonst verbindet.
- Zu Beginn riecht das Holz rauchig. Mit einer Beschichtung verschwindet der Geruch laut Handbuch; ohne sie lässt er langsam nach.
- Ein Ofenhersteller nennt behandeltes Holz etwas zerbrechlicher und poröser, es nehme leichter Feuchte auf (Herstellerangabe). Das widerspricht der niedrigeren Ausgleichsfeuchte im Handbuch; wir können das nicht auflösen.


