Das Holz einer Saunabank sollte leicht sein, wenig Wärme an die Haut abgeben und kein Harz verlieren. Abachi und Espe erfüllen das besonders gut, Erle ist leicht und formstabil, Hemlock die teurere Alternative. Nordische Fichte kann bei Hitze klebrige Stellen bilden, Eiche leitet zu viel Wärme. Thermisch behandelte Bankbretter sind formstabil, brauchen aber geschützte Stirnseiten.
Was muss das Holz einer Saunabank können?
Die Bank ist der Teil der Sauna, den Sie am längsten berühren. Der Holzwissenschaftler Rupert Wimmer (Universität Göttingen) verlangt in einem Beitrag im Holzkurier von 2011 von Bankholz, dass es das Verbrennen von Gesäß und Rücken verhindert, wenig Harz enthält und weder reißt noch splittert. Man sitze oder liege dabei natürlich immer mit einem Handtuch auf dem Holz. In einer finnischen Sauna herrschen 80 bis 100 °C (Hussain und Cohen, 2018). Fünf Kriterien entscheiden deshalb über das Bankholz:
- Wärmeleitung: Je weniger Wärme das Holz an die Haut abgibt, desto länger bleibt die Bank angenehm. Leichtes Holz leitet weniger als schweres.
- Harz: Harz wird bei Wärme flüssig und kann klebrige Stellen bilden.
- Splitter und Kanten: Das Holz soll nicht splittern, die Kanten sollen gerundet sein.
- Formstabilität: Bankbretter dürfen sich bei Hitze und Feuchte nicht verziehen oder aufreißen.
- Pflege: Die Oberfläche muss sich abwischen und bei Bedarf ölen lassen.
Welches Holz ist am besten für die Saunabank?
Wimmer nennt Abachi als das Holz, das am häufigsten für die Einrichtung einer Sauna verwendet wird. Es sei weich, hell, harzfrei und splitterfrei und leite Wärme wenig. Es stammt aus West- und Zentralafrika. Als heimische Alternative nennt er die Pappel, besonders die Espe: Ihr Holz habe einen warm-hellen Farbton, gute Formbeständigkeit und geringe Wärmeleitfähigkeit. Zu höheren Kosten komme die Hemlocktanne in Frage, mit sehr geringem Harzgehalt und kaum Geruch.
Zur Erle liefert die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) belastbare Holzdaten. Das Holz ist weich und gleichmäßig fein strukturiert, mit einer mittleren Rohdichte von 0,55 g/cm³ zwischen leicht und mittelschwer. Nach der Trocknung hat es ein ausgezeichnetes Stehvermögen. Die Farbe reicht von rötlichweiß bis hellrötlichbraun, unter Licht dunkelt das Holz merklich nach. Braune Markflecken, die eine Minierfliege verursacht, können auftreten. Die Espe ist mit 0,49 g/cm³ noch etwas leichter und gehört zu den weichsten Hölzern in der Tabelle der LWF; ihre Brinell-Härte quer zur Faser beträgt 11 N/mm², bei der Erle 16 bis 17.
Die Tabelle fasst zusammen, was die gelesenen Quellen zu jedem Holz hergeben. Wo eine Zahl fehlt, haben wir sie nicht geschätzt.
| Holz | Wärmeleitung | Harz | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Abachi | 0,092 W/(m·K) (Wimmer) | harzfrei (Wimmer) | Splittert nicht; weich und hell; tropische Herkunft |
| Espe | 0,090 W/(m·K) für Pappel (Wimmer); 0,12 W/(m·K) für Quaking Aspen (Forest Products Laboratory) | Laubholz | Weich, gute Formbeständigkeit; heimisch |
| Erle | Kein Wert in den gelesenen Quellen; Rohdichte 0,55 g/cm³ (LWF) | Laubholz | Ausgezeichnetes Stehvermögen; Farbe dunkelt nach; Markflecken möglich |
| Hemlock | Ausreichend gering (Wimmer); 0,14 W/(m·K) für Western Hemlock (Forest Products Laboratory) | Sehr geringer Gehalt (Wimmer) | Kaum Geruch; höhere Kosten |
| Nordische Fichte | 0,12 W/(m·K) für Sitka-Fichte (Forest Products Laboratory) | Hat Harz; Harz wird ab etwa 38 °C flüssig (Wimmer, Beschichtungshersteller) | Verzieht sich kaum; leichter Harzgeruch |
| Thermisch behandeltes Holz | 20 bis 25 Prozent niedriger als unbehandelt (Handbuch der Thermoholz-Hersteller) | Harz entzogen | Stirnseiten reißen leichter; dunkler |
| Eiche | 0,19 W/(m·K) für White Oak (Forest Products Laboratory) | Laubholz | Zu dicht; auf einer Eichenbank nicht auszuhalten (Wimmer) |
Quelle: Wimmer (Holzkurier 17/2011), Forest Products Laboratory (Wood Handbook, Kapitel 4, Näherungswerte mit bis zu 20 Prozent Abweichung, nordamerikanische Arten bei 12 Prozent Holzfeuchte), LWF Wissen 42, Handbuch der Thermoholz-Hersteller, Beschichtungshersteller. Die Messbedingungen von Wimmers Werten sind nicht angegeben.
Ist Nordische Fichte als Bankholz eine gute Wahl?
Nordische Fichte ist ein häufiges Saunaholz, auf der Bank aber ein Kompromiss. Für sie spricht, dass sie in Skandinavien besonders langsam wächst und sich bei Hitze kaum verdreht (Wimmer). Ein Ofenhersteller nennt Fichte unter den klassischen Hölzern das feuchtetoleranteste. Ihr Harz schütze das Holz vor Feuchte, deshalb empfiehlt er sie für Außensaunen, die in der Kälte stehen (Herstellerangabe).
Gegen die Fichte auf der Bank spricht das Harz. Wimmer erwartet klebrige Stellen und einen leichten Harzgeruch. Nach einem Beschichtungshersteller verflüssigt sich Harz ab etwa 38 °C, in der Kabine herrschen 80 bis 100 °C. Dass Harz auf der Bank austreten kann, ist unsere Folgerung und kein Messwert. Wer Fichte wählt, sollte Ware ohne Harzgallen und Äste verlangen und mit Harzaustritt rechnen. Wimmer nennt Fichte, Tanne und Linde mit leichten Einschränkungen gut verwendbar.
Was gilt für thermisch behandelte Bankbretter?
Thermisch behandeltes Holz wird nach dem Handbuch der Thermoholz-Hersteller bei 185 bis 215 °C mit Wärme und Wasserdampf behandelt. Es wird dunkler, die Ausgleichsfeuchte sinkt, es quillt und schwindet weniger, und seine Wärmeleitfähigkeit nimmt um 20 bis 25 Prozent ab. Die Harze werden dem Holz entzogen. Das macht es für die Bank attraktiv.
Dem stehen Nachteile gegenüber. Nach dem Handbuch können die Stirnseiten von Bänken in der Hitze aufreißen, wenn Befeuchten und Austrocknen rasch wechseln. Es empfiehlt, sie mit Öl, Wachs oder Lack zu schützen. Die Festigkeit sinkt, und das Holz ist anfälliger für mechanische Beschädigung.
Ein Ofenhersteller beschreibt thermisch behandeltes Holz als etwas zerbrechlicher und poröser als gewöhnliches Holz; es nehme leichter Feuchte auf. Thermisch behandelte Erle nennt er sehr dunkel und elegant. Das widerspricht der niedrigeren Ausgleichsfeuchte im Handbuch, und wir können den Widerspruch nicht auflösen. Sehen Sie sich deshalb Muster an und fragen Sie nach der Behandlungsstufe.

Wie tief und wie breit sollte eine Saunabank sein?
Eine Norm für Bankmaße haben wir nicht gefunden. Als Richtwerte nennt ein Ofenhersteller die Maße der Tabelle. Zu große Tiefe macht das Sitzen unbequem, schreibt er. Maßgeblich bleiben die Planung Ihrer Sauna und die Anleitung des Ofens.
| Maß | Richtwert |
|---|---|
| Tiefe der oberen Bank | mindestens 500 mm; 600 mm oder mehr zum Liegen oder Sitzen mit angezogenen Füßen |
| Breite je Sitzplatz | etwa 600 mm |
| Höhe der unteren Stufe | 350 mm |
| Abstand von der oberen Bank bis zur Decke | 1.100 bis 1.200 mm, weniger für kleinere Menschen |
| Breite der Sauna | mindestens 2.200 mm, 2.500 mm für mehr Beinfreiheit |
Quelle: Ofenhersteller, Ratgeber zur Wahl der Saunabank (siehe Quellen). Herstellerangaben, keine Norm.
Worauf achten Sie beim Kauf von Bankbrettern?
Fünf Punkte helfen, Angebote zu vergleichen. Sie folgen aus den oben genannten Quellen; eine Prüfnorm für Bankbretter haben wir nicht gefunden.
- Holzart und Behandlung: Fragen Sie nach der botanischen Art und bei Thermoholz nach der Behandlungsstufe. Handelsnamen sind nicht eindeutig: Abachi wird je nach Herkunft auch als Samba, Wawa, Ayous oder Obeche gehandelt (Wimmer).
- Sortierung: Verlangen Sie bei Nadelholz Ware ohne Harzgallen und große Äste. Die LWF nennt beides als Nachteil, und bei Thermoholz sind große Äste ein Risiko.
- Kanten und Flächen: Prüfen Sie am Muster, ob die Kanten gerundet und die Flächen glatt sind. Zum Splittern gibt es keine Messwerte, die Prüfung mit der Hand ist deshalb sinnvoll.
- Stirnseiten: Bei thermisch behandeltem Holz sollten die Stirnseiten mit Öl, Wachs oder Lack geschützt sein (Handbuch der Thermoholz-Hersteller).
- Herkunft: Lassen Sie sich Herkunftsland und, wenn vorhanden, Nachweise nennen. Das gilt besonders für tropisches Holz wie Abachi.
Wie pflege ich Saunabänke aus Holz?
Der Ofenhersteller empfiehlt, unversiegeltes Holz je nach Nutzung ein- bis zweimal im Jahr mit Paraffinöl zu behandeln. Ölen Sie nach, wenn Wasser sofort einzieht. Mit einem Handtuch oder einer Auflage schützen Sie die Bank zusätzlich. Bei thermisch behandelten Bänken sind die Stirnseiten die Stelle, die zuerst Schutz braucht. Verwenden Sie nur Mittel, die der Hersteller für Saunen freigibt.
Für die Reinigung gilt nach KOYA: Sauna auskühlen lassen, Bänke mit einem leicht feuchten, sauberen Tuch abwischen und nie zu nass arbeiten, sonst zieht das Holz Feuchtigkeit.





